mein lieber II

lieber georg, ich schreibe dir ein zweites und letztes mal. auch diese zeilen werden dich sicher nie und nimmer erreichen. leider muss ich meine ersten, unversandten zeilen gänzlich revidieren. habe mich in dir getäuscht! auch in dir. windfahndln gibt es überall. vergiss unseren mail-verkehr, unser gespräch, von mir aus unser kennen lernen. du kannst mich mal, echt! ich hätte mir etwas anderes erwartet, von dir, als solch drückebergerischen zeilen. meine meinung von dir ist so tief wie niemals. ich will nichts mehr mit dir zu tun haben. deine existenz ist mir egal. schade! ich denke mir nämlich immer noch, dass wir viele und interessante gespräche geführt hätten. so soll es wohl sein.

mein lieber I

lieber georg, ich schreibe dir aus dem bauch heraus, im bewusstsein, dass dich diese zeilen nie erreichen werden und in der hoffnung, irgend wann einmal in unserem leben, einen ruhigen, gemeinsamen moment zu finden. dies, weil ich glaube, dass du vielleicht der einzige bist, der meine gedanken verstehen könnte. auch wenn ich nicht alles, was du denkst, teile. beziehungsweise, nicht teilen kann, da wir uns wenig bis gar nicht kennen und ich mir in meinen farben ein bild von dir gemalen habe, das nicht mit deinen entwürfen übereinstimmt…

Stopp mit Kack im Wald

[ inklusive einiger weniger Regieanweisungen ] 

Es war einmal ein Maulwurf, der immer wieder Hinweise auf Überfälle durch organisierte Vogelbanden erhielt. Aber viele, viele, viele… vieleviele… viiiiiiiiiiele Jahre lang war er nicht imstande, konkrete Beweise zu bekommen. Recherchen führten zu nichts, verliefen im Dunkeln, scheiterten. Alles Kak, hieß es, Kak Kak Kak!

Doch endlich! Nach einem brutalen Überfall vorvorvorvorvorvorvorvorvorvor…gestern oder vorvorvorvorvorvorvorvorvorvor…vergangenes Jahr wurde allesalles ALLES anders!

Die aufmerksamen Beobachtungen und Mitschriften einer Blindschleiche, eintausend Dutzend Tausendäugler und Livestreams der Tatlocation eines couragierten Eichhörnchens haben endlich endlich endlich die Belege dafür geliefert, was Amsel, Drossel und Star schon lange trällerten: Organisierte Vogelkack-trupps ziehen Flügel schlagend durch die Wälder und kacken anscheinend wahllos bei Waldfesten, in und vor Höhlen oder auch einfach mitten auf einer Lichtung alles zu, was ihnen unter- und entgegenkommt. Die Rohheit und Unvöglichkeit ist schrecklich erschreckend. Überall tut’s flatsch! Kopf, Fuß, Zeh, oh je oh je. Die Angst ist riesiglich.

Eine anal-arschig-ythische Analyse der Situation hat sofortig-soforzt ergeben, dass die gewaltigen Akte nur deshalb bisher nicht an der großen Linde in der Waldmitte aufgeschlagen wurden, weil die betroffenen Viecher keine Meldung bei der Eule gemacht haben. Und nuuuuuur wenn der medizinische Hase in der Krankenhöhle die Heilungsdauer mit “vieleviele Tage” angibt, schaltet sich (klickklack) auto-mi-ma-matisch der Staats-Anwald-Fink ein. …interessanterweise – hm hm hm – geben die häsischen Mediziner über’n Daumen gepeilt weniger als ein “vieleviele Tage” an.

Nach dem Zombie-blutblütigen Übergriff in der Nebenhöhle der großen Höhle der kleinen Höhle der Discohöhle im Naturschützen-schutz-park Großprotzern – vorvorvorvorvorvorvorvorvorvor…gestern oder vorvorvorvorvorvorvorvorvorvor…vergangenes Jahr – haben sich erschütterte Froschmütter und Fischväter mit ihren schri-schra-schrecklichen Erlebnissen beim Maulwurf gemeldet und explizitest erläutert (Fischmund auf + zu), dass sie niemals nicht mit der Flosse auf die Vöglein gezeigt hätten, weil sie fürchterliche Angst hatten, dass sie wieder kommen würden (erschrocken aufblicken + Fischmund auf + zu). Wie-wie-wie-wie-derholt wurden die niedergeschissenen (???) Kitze von den Wölfen mit dem (krick – Zeichen mit Hand: Hals ab!) bedroht, sollten sie sich an die Wespen wenden. Das zu leugnen, sind nur wilde, schwatzige Hühner imstande, deren Aktions-pick-und-kack-Radius von der großen Lichtung bis zur kleinen Waldhöhle reicht und deren Kontakt mit unserer Kitzen gleich nullnullnull ist.

Vor Beginn der Performanceaction Stopp mit Kack im Wald waren dem Maulwurf viele-viele-viele Fälle gemeldet worden, mit der Bi-ba-bitte, eine Performance zu machen, damit dieses Phänomen endlich an der großen Linde in der Waldmitte aufgeschlagen werden würge und die Ordnungswespen es kattiv bekämpfen werden würgen.

Gesagt, getan. Yes, we can und positiv abgeschlossen. Finally konnten viele von der Kopfscheisserei betroffenen Opfer ihre Geschichte schildern, sich befreien von der Kruste und vom Fruste, Unrecht erlitten zu haben, ohne die Schoooo(n)seeeee, Gerechtigkeit zu erfahren. Unsere Kitze haben Angst, am Abend im Wald umher zu streifen. Sorgloses Grasfressen ist stets gemischt mit der Furcht, grundlos von irgendwelchen Vögeln bekackt zu werden. Rehmütter und Igelväter verbringen schlaflose Nächte aus Sorge um ihre Kitze.

Dieses Klima der Angst muss durchbrochen werden. Das geht nur, wenn alle Friedliebenden in diesem Wald zusammenhalten: Rehe, Igel, A-Meisen und Füchse. Die wenigen gewaltbereiten Vögel müssen isoliert, bei den Sicherheitswespen angezeigt und zur Rechen- und Heuarbeitschaft gezogen werden.

Ganz wichtig bei der Aktion Stopp mit Kack im Wald ist es, die Opfertiere zu informieren, dass auf Gewaltkacke am besten mit einem Pfotenzeig (nein nein) reagiert werden kann. Nur so haben die Sicherheitswespen die Möglichkeit einzuschreiten, die Vögel zu fassen, dem Uhu bei der großen Linde vorzuführen und entweder in den Süden zu vertreiben oder dem Grill zuzuführen.

Der Action-Performance Stopp mit Kack im Wald wurde vorgeworfen, vogelfeindlich zu sein. Wer mit dem Maulwurf regelmäßig verkehrt, weiß, dass das überhaupt nicht stimmt. Der Freund der Waldtiere ist immer für die Inklusion unserer Mitvögel eingetreten, die in unseren Wald kommen, um bei uns zu vögeln.

Wir werden uns jetzt noch stärker diesem Anliegen widmen, weil die zwischenviechischen Umstände für viele Zugvögel schlimm sind. (Politikermäßig:) Wir müssen ihnen die Chance geben, sich als Teil unserer Waldgemeinschaft einbringen zu können.

Es darf nicht sein, dass der Papagei aus dem Dschungel, der hier im Wald aufgewachsen ist, genauso vögelt, frisst und auf alles pfeift wie wir, nicht in die Discohöhle darf, weil er bunt ist und wir aus Angst vor den Vögeltrupps nur Waldviecher hinein lassen.

Damit morgen und übermorgen diese Unterscheidung nicht mehr gemacht wird, müssen die Vögelbanden geteert und gefedert werden – zum Vorteil für alle Viecher unseres Waldes: Für jene, die unseren Wald seit Evolutionen ihre Heimat nennen, und für jene, die ihre ursprüngliche Heimat verloren haben und bei uns eine neue Heimat suchen. Piep.